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Leipholz-Geschwister überzeugen bei WM

Im spanischen Málaga fanden in der letzten Woche die 23. World Masters Athletics Championships (Leichtathletik-Weltmeisterschaften der Senioren ab 35 Jahren) statt. 8.187 Athleten aus 102 Ländern hatten ihre Meldungen abgegeben.
Auch die Geschwister Klaus und Bärbel Leipholz vom TuS Sythen gingen an den Start.

Klaus war in der Klasse M40 mit weiteren 30 Teilnehmern für den Zehnkampf gemeldet. Wegen der großen Beteiligung wurden die Athleten in zwei Riegen aufgeteilt. Während der Wettkampfvorbereitung hatte Klaus einige Probleme mit seinen Achillessehnen, so dass er sich lediglich als Ziel gesetzt hatte den Zehnkampf verletzungsfrei durchzustehen.
In der ersten Disziplin dem 100-Meter-Lauf blieb er mit 13,53 Sekunden in seinem angestrebten Leistungsrahmen.
Beim Weitsprung machte sich dann allerdings sein Trainingsrückstand bemerkbar. Klaus hatte Probleme den Absprungbalken richtig zu treffen und landete bei lediglich 4,85 Metern. Diesen Patzer konnte er dann aber beim Kugelstoßen wieder gut machen und schlussendlich wurden hier zufriedenstellende 10,28 Meter für ihn notiert. Im Anschluss kam seine Paradedisziplin: Der Hochsprung.
Hierbei übertraf Klaus mit übersprungenen 1,75 Meter seine Erwartungen. Kein anderer Athlet aus seiner Riege überquerte diese Höhe. Da an diesem Tag jedoch auch noch der abschließende 400-Meter-Lauf auf dem Programm stand und die vielen Sprünge die angeschlagenen Achillessehnen stark beanspruchten, verzichtete er schmerzbedingt auf weitere Höhen.
Im 400-Meter-Lauf verzichtete er außerdem auf seine Spikes und lief in Turnschuhen eine Zeit von 1:03,78 Minuten. Mit dem vorerst 16. Platz war er am Ende des Tages sehr zufrieden.
Am zweiten Tag lag die größte Herausforderung darin die erste Disziplin, den 110-Meter-Hürdenlauf, zu überstehen. Die Zeit stoppte hier nach zufriedenstellenden 19,76 Sekunden, sodass Klaus beruhigt mit dem Diskuswurf weitermachen konnte. Hierfür hatte er sich im Training besser vorbereitet und wurde dafür mit einer Weite von 31,13 Metern belohnt, mit der er erneut Riegenbester war.
Im folgenden Stabhochsprung fehlte ihm verletzungs- und trainingsbedingt jegliche Routine. Trotz allem übersprang er eine Höhe von drei Metern, mit der er sehr zufrieden war und sich als alter Handballer nun auf den Speerwurf freuen konnte. Hier spielte Klaus seine Wurfstärke aus, so dass der Speer bei 44,40 Meter stecken blieb. Im abschließenden 1500-Meter-Lauf kam er bei sonnigen 32 Grad nach mäßigen 5:45 Minuten ins Ziel, feierte jedoch zufrieden den Gruppensieg und seinen Wiedereinstieg in den Wettkampfalltag. Im gesamten Teilnehmerfeld der Altersklasse M40 landete er mit 4937 Punkten im guten Mittelfeld auf Platz 13.

Am folgenden Tag absolvierte Bärbel den Hammerwurf der W40.
An sechster Stelle gemeldet ging sie ohne große Erwartungen in den Wettkampf. Im ersten Versuch landete der vier Kilogramm Hammer bei mäßigen 36,37 Meter.
Die Mexikanerin Violeta Guzman ging mit 42,69 Meter in Führung. Da sich Bärbel im zweiten Versuch mit den gewohnten drei Drehungen nicht verbessern konnte und mit dem glatten Ring ihre Probleme hatte, stellte sie wie auch einige andere Athletinnen in den folgenden Würfen auf zwei Drehungen um und steigerte sich von Wurf zu Wurf.
In den Endkampf ging sie als Fünfte und konnte sich am Ende mit 41,00 Metern den vierten Platz hinter der Australierin Byrony Glass (46,76 Meter), der Mexikanerin Violeta Guzman (46,14 Meter) und der Griechin Giannoula Panavoglou (42,33 Meter) sichern.
“Im Großen und Ganzen bin ich ganz zufrieden aber eine WM-Medaille wäre natürlich auch nicht schlecht gewesen. Die Senioren-WM war für uns aber auf jeden Fall ein Erlebnis und wir hatten echt Respekt vor den höheren Altersklassen, die beispielsweise in der Klasse M85 noch einen Zehnkampf absolviert haben oder in der W100 noch den Speer geworfen haben. Mal sehen wie lange wir durchhalten.“ bilanziert Bärbel Leipholz.
„Im nächsten Jahr haben wir die Senioren-Europameisterschaften in Venedig angepeilt und hoffen bis dahin gesund zu bleiben.“

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